Langjähriger Dragon-Ball-Redakteur fordert eine neue „Vegeta-Story“ statt Dragon Ball Super
In einer kürzlich live übertragenen Roundtable-Diskussion im japanischen Podcast KosoKoso teilte Torishima seine Sicht auf die aktuelle Lage von Dragon Ball. Laut einer vorläufigen Übersetzung empfindet Torishima, dass es dem Manga Dragon Ball Super an „Fundament“ fehle – sowohl in Bezug auf Toyotarous Charakterentwicklung als auch auf das Redaktionsteam, das die Veröffentlichung überwacht. Anstelle von Dragon Ball Super äußerte Torishima den Wunsch, eine „Vegeta-Story“ zu sehen, auch wenn er offenbar nicht näher ins Detail ging.
Er bezeichnete Dragon Ball DAIMA jedoch als einen „Müll-Anime“ (laut dem angesehenen Fan-Übersetzer Sandman auf X) und spiegelte damit seine allgemeine Wahrnehmung des aktuellen Zustands der IP wider. Offenbar ist Torishima sowohl mit Dragon Ball Super in Mangaform als auch mit der allgemeinen Ausrichtung von Dragon Ball DAIMA als Anime unzufrieden und wünscht sich eine komplette Neuausrichtung der Serie. Torishima war schon immer ein scharfer Kritiker, doch er tat dies stets in bester Absicht.
Dies ist nicht einmal das erste Mal, dass Torishima Dragon Ball DAIMA kritisierte und alternative „Spin-off“-Ideen vorschlug. Moderator Naz Chris von KosoKoso erklärte bereits im August, dass „wenn Torishima-san ein neues Manga oder Anime für Dragon Ball produzieren würde, sie rekonstruierte Geschichten oder Spin-offs aus der Perspektive von Charakteren wie Goku oder Bulma erschaffen würden.“ Für ihn sei es wichtiger, sich auf einzelne Charaktere zu konzentrieren, anstatt deren Abenteuer zur Sammlung der Dragon Balls zu verfolgen, wie es Dragon Ball DAIMA getan hat.
Seit seiner ursprünglichen Aussage zu den Charakteren scheint Torishima jedoch seine „Präsentation“ verfeinert zu haben, um sich stärker auf eine bestimmte Figur zu konzentrieren: Vegeta. Obwohl Torishima in seiner ursprünglichen Erklärung vor einigen Monaten Goku erwähnt hatte, schien dies lediglich eine allgemeine Aussage über die zukünftige Ausrichtung der Dragon-Ball-Handlung zu sein und nicht der Fokus auf bestimmte Charaktere. Torishimas neuer Vorschlag für ein Vegeta-Spin-off wäre eine großartige Möglichkeit, die Dragon-Ball-Charaktere besser zu erkunden, indem man sich auf die wohl am besten geschriebene Figur der Serie konzentriert.
Ein düsteres Dragon-Ball-Spin-off mit Vegeta als Helden könnte die Serie wiederbeleben.

Während Goku seit 40 Jahren die Hauptfigur von Dragon Ball ist, hat Vegeta stets die faszinierendste Charakterentwicklung durchlaufen. Seine unvorhersehbaren Höhen und Tiefen machen ihn zu einer der spannendsten Wandlungen vom Antagonisten zum Helden in der gesamten Anime-Geschichte.
Vegeta ist zweifellos eine äußerst komplexe Figur, deren persönliche Vorgeschichte Erzählstränge eröffnet, die Goku kaum tragen könnte. Ein Spin-off über Vegeta würde tiefer in die Psychologie des Saiyajin-Prinzen eintauchen. Es könnte seinen inneren Kampf hervorheben, sich in die Rolle eines Helden einzufügen – trotz der harten Lektionen seiner frühen Jahre als Saiyajin-Krieger und Kämpfer in Freezers Armee. Vegeta könnte genau der gereifte Protagonist sein, den Dragon Ball braucht, um der Marke neues Leben einzuhauchen.
Die Möglichkeit, eine komplexere Handlung zu entwickeln, würde die treue Dragon-Ball-Fangemeinde, die die Serie seit den 80er- und 90er-Jahren begleitet, sicherlich begeistern. Es könnte sogar zu einer düstereren Dragon-Ball-Geschichte führen als je zuvor. Obwohl Vegeta inzwischen ein Held ist, ist er dafür bekannt, seinen Feinden weit weniger Gnade zu zeigen als Goku – und seine schmerzhafte Vergangenheit könnte Raum für schockierende Wendungen bieten, die in einer leichteren Erzählung wohl kaum Platz fänden.
Ein Vegeta-Spin-off könnte die unerzählten Geschichten aus Vegetas Vergangenheit hervorheben – vor seiner Begegnung mit Goku und den Z-Kriegern auf der Erde. Es könnte sogar in seiner Kindheit beginnen, so wie das ursprüngliche Dragon Ball mit Goku, und Vegetas gesamtes Leben bis zu seinem ersten Auftritt in DBZ nachzeichnen. Dragon Ball DAIMA hat bereits mit einer Kinderversion von Vegeta experimentiert, ebenso wie Dragon Ball Super: Broly. Da Vegeta in dieser Zeit noch ein Antagonist war, würde seine Geschichte den Archetypen des Antihelden widerspiegeln, wie man ihn im modernen Shonen findet – etwa Gabimaru aus Hell’s Paradise. Es könnte sogar ins Terrain von Anti-Antihelden abrutschen, wie bei Eren Yeager in Attack on Titan oder Light Yagami in Death Note.
Da die Zukunft von Dragon Ball Super nach wie vor unsicher ist und derzeit kein Dragon-Ball-Anime oder -Manga offiziell in Entwicklung bestätigt wurde, war Torishimas Vision einer Vegeta-zentrierten Serie noch nie so willkommen wie jetzt. Dragon Ball braucht frischen Wind, um nach dem plötzlichen Tod von Akira Toriyama die große Lücke in der Serie zu füllen. Toriyama hat sein ganzes Leben damit verbracht, die Geschichte von Gokus Reise zu erzählen. Vielleicht ist es nun an der Zeit, eine neue Ära für Dragon Ball einzuleiten – mit Vegeta als treibender Kraft. Toriyamas angesehenster Redakteur, Kazuhiko Torishima, scheint das ebenfalls so zu sehen.




